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Awareness mal anders: Wie wäre es mit einem Interview?

Awareness mal anders: Wie wäre es mit einem Interview? © fotolia, LIGHTFIELD STUDIOS

Fragt man Datenschutzbeauftragte, was sie mit dem Begriff „Sensibilisierung“ – neudeutsch: Awareness – verbinden, fällt oft als Antwort der Begriff „Schulung“. Doch Schulung ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Und sie ist eine eher schlechte Wahl, wenn Sie immer wieder die gleichen Inhalte in der gleichen Weise vermitteln. Damit den Mitarbeitern Datenschutz nicht „öde“ vorkommt, müssen Sie Neues ausprobieren.

Über den Autor

Mehr als 12 Jahre Berufserfahrung als Vollzeit-Datenschützer im Unternehmen. Darüber hinaus ist er seit vielen Jahren als Chefredakteur von "Datenschutz aktuell" tätig und zeigt seinen Lesern wie sich Datenschutz pragmatisch umsetzen lässt.

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf

Datenschutz ist nur so interessant, wie Sie ihn gestalten. Daher braucht es viel Abwechslung, um Ihre Botschaft an den Mann und die Frau im Unternehmen zu bringen. Da sind manchmal die auf den ersten Blick unpassenden Maßnahmen genau die, mit denen Sie den größten Effekt erzielen. So auch ein Interview für das Intranet. Das geht leichter als gedacht.

Wählen Sie den richtigen Interviewpartner

Wählen Sie Ihren Interviewpartner mit Bedacht. Überlegen Sie sich, was als Kernbotschaft rüberkommen soll. Geht es darum, dass Datenschutz als wichtiges Thema auch vom Management getragen wird, sollten Sie jemanden aus der Unternehmensleitung für Ihr Interview gewinnen. Geht es etwa um das Risiko „Hackerangriff“, passt der IT-Leiter oder der IT-Sicherheitsbeauftragte hervorragend.

Bereiten Sie einen interessanten Fragenkatalog vor

Gute Fragen sind das A und O eines Interviews. Suchen Sie diese einerseits thematisch passend aus. Achten Sie andererseits aber auch darauf, dass sie zur Leserschaft, also der Zielgruppe, passen. Dabei darf es gerne auch menscheln. Denkbare Fragen sind beispielsweise:

  • Welchen Stellenwert hat Datenschutz für Sie als Geschäftsführer? Wie hat sich der Stellenwert in den letzten Jahren verändert?
  • Sie tauschen sich bestimmt mit Managern anderer Unternehmen aus: Ist Datenschutz hier ein Thema?
  • Was tun Sie selbst für den Datenschutz bei uns?
  • Worin sehen Sie die größten Herausforderungen in den nächsten Jahren für unser Unternehmen?
  • Welche Rolle spielt der einzelne Mitarbeiter dabei, dass Datenschutz im Unternehmen funktioniert?
  • Und wie schützen Sie im Privatleben Ihre persönlichen Informationen?

Schauen Sie, wie Profis es machen

Falls Ihnen keine Fragen einfallen wollen, ist das kein Problem. Schauen Sie einfach ins Internet, in Zeitungen oder Zeitschriften. Sie werden schneller fündig, als Sie denken, und erhalten zahlreiche Anregungen. Außerdem: Bestimmt haben Sie in Ihrem Unternehmen jemanden, der etwa für Kommunikation und Pressearbeit zuständig ist. Dort kann man Sie ganz bestimmt bestens mit Rat und Tat unterstützen. Eventuell geht die Unterstützung sogar so weit, dass man das Interview für Sie arrangiert und durchführt.

Tipp: Können Sie auf einen Interviewer zurückgreifen, kommen auch Sie als Datenschutzbeauftragter als Interviewpartner in Betracht. Gerade wenn Sie im Unternehmen noch nicht so bekannt sind, ist das die Gelegenheit schlechthin, Sie bekannt zu machen und auch für Ihre Arbeit die Werbetrommel zu rühren.

Übertreiben Sie es nicht mit den Fragen

Sammeln Sie so viele Fragen, dass Sie ein Interview von maximal 20 Minuten führen können. Oftmals sind hier 5 bis 10 Fragen vollkommen ausreichend, denn Sie müssen eines bedenken: Fragen und Antworten werden schneller gesprochen, als sie später gelesen werden. Hier müssen Sie Rücksicht auf Ihre Zielgruppe nehmen.

Machen Sie es Ihrem Interviewpartner leichter

Sie sind kein Investigativjournalist und müssen Ihren Gesprächspartner nicht mit Fragen überraschen. Im Gegenteil: Sie dürfen Ihr Ziel, ein für den Leser interessantes Interview zum Datenschutz zu führen, nicht aus den Augen verlieren. Machen Sie es Ihrem Gesprächspartner einfacher und geben Sie ihm vorab die Fragen. Dann kann auch er sich vorbereiten.

Versuchen Sie sich nicht gleich am Videointerview

Sind Sie kein Videoprofi und haben Sie keine Kameraerfahrung, sollten Sie auf keinen Fall ein Videointerview führen. Glauben Sie nicht, dass ein nett gemeintes Videointerview auch gut ankommt. Hier gilt es viele Dinge zu beachten, etwa wie die passende Umgebung, gutes Licht und guten Ton und natürlich, wie gut Sie im Führen des Interviews sind. Verhaspeln Sie sich andauernd, wirken Sie nervös oder Ihr Gesprächspartner genervt, kann Ihr Vorhaben ganz nach hinten losgehen.

Bildquelle: Fotolia_237536480

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