x Hilfe schließen

Mitarbeiter nutzt Privatcomputer: Das ist ein erheblicher Verstoß!

Mitarbeiter nutzt Privatcomputer: Das ist ein erheblicher Verstoß! © fotolia, Ivan Kruk

Gegen die dienstliche Anweisung Kundendaten auf den privaten Computer zu kopieren ist keine Kleinigkeit und zieht erhebliche Konsequenzen nach sich. Welche Konsequenzen bei solch einem Verstoß angebracht sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Über den Autor

Mehr als 12 Jahre Berufserfahrung als Vollzeit-Datenschützer im Unternehmen. Darüber hinaus ist er seit vielen Jahren als Chefredakteur von "Datenschutz aktuell" tätig und zeigt seinen Lesern wie sich Datenschutz pragmatisch umsetzen lässt.

FRAGE: Eher zufällig wurde in unserem Unternehmen Folgendes entdeckt: Ein Mitarbeiter im Kundendienst hat entgegen einer geltenden Dienstanweisung Kundendaten auf seinen Privatcomputer kopiert. Er wurde darauf angesprochen und entgegnete, dass sein privater Computer viel besser mit den großen Datenmengen umgehen kann, weil er einen schnelleren Prozessor und einen größeren Arbeitsspeicher hat. Bei den Kundendaten handelt es sich in erster Linie um vertrauliche Geschäftsdaten, aber auch um personenbezogene Daten. Der Unternehmensleitung und mir ist eigentlich klar, dass das Konsequenzen haben muss. Welche würden Sie ziehen?

ANTWORT: Das hängt von vielen Aspekten ab, beispielsweise der Schutzwürdigkeit der Daten, der Datenmenge, der Dauer des Verstoßes und davon, wie stark das Vertrauen in den Mitarbeiter enttäuscht wurde. Auf jeden Fall ist es zu einem erheblichen Verstoß gegen geltende Anweisungen gekommen. Dies rechtfertigt in der Regel zumindest eine arbeitsrechtliche Abmahnung. Denkbar ist allerdings auch, dass ein besonderer Grund gegeben ist, der zur außerordentlichen Kündigung berechtigt. Denn möglicherweise steht sogar eine Straftat im Raum, nämlich der Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen

Bildquelle: Fotolia | #203966406

© 2019 TeachToProtect