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Schulung für alle Mitarbeiter auf Englisch? So lösen Sie das Sprachproblem

Schulung für alle Mitarbeiter auf Englisch? So lösen Sie das Sprachproblem © fotolia, everythingpossible

Auch Sprachkenntnisse können notwendig sein, damit Sie Aufgaben wahrnehmen können. Teil der Unterstützungspflicht des Unternehmens ist es, dass man Sie mit dem notwendigen Fachwissen und den notwendigen Ressourcen ausstattet. Wenn für die Wahrnehmung Ihrer Aufgaben Englischkenntnisse notwendig sind, sollte das Unternehmen dazu bereit sein, hier etwas Geld für Sie in die Hand zu nehmen.

Über den Autor

Mehr als 12 Jahre Berufserfahrung als Vollzeit-Datenschützer im Unternehmen. Darüber hinaus ist er seit vielen Jahren als Chefredakteur von "Datenschutz aktuell" tätig und zeigt seinen Lesern wie sich Datenschutz pragmatisch umsetzen lässt.

Schulung für alle Mitarbeiter auf Englisch? So lösen Sie das Sprachproblem

Frage: Ich bin Datenschutzbeauftragter eines deutschen Softwareunternehmens. In letzter Zeit wurden für die Programmierung von Smartphone-Apps einige Programmierer aus dem Ausland eingestellt, die allenfalls einige Brocken Deutsch verstehen. In aller Regel läuft die Kommunikation mit ihnen auf Englisch. Zurzeit schule ich die Führungskräfte und auch die Programmierer zu den Rahmenbedingungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Mein Problem ist jetzt: Muss ich nun die Schulung ins Englische übersetzen und auch in dieser Sprache halten, da mein Englisch an sich nicht das Beste ist und eigentlich nur sehr wenige Teilnehmer kein Deutsch verstehen?

Antwort: Generell sollten Sie sich zunächst einmal vor Augen führen, wo das Problem liegt. Einerseits fühlen Sie sich nicht sattelfest, wenn es um Ihre Englischkenntnisse geht. Sind diese nicht oder wenig vorhanden, können und sollten Sie unbedingt daran arbeiten. Denn: Englischkenntnisse werden gerade im Zusammenhang mit der DSGVO immer wichtiger. Zwar werden Gesetzestexte grundsätzlich immer in allen Amtssprachen der EU verfügbar sein. Ob das bei Stellungnahmen der Gremien für den Datenschutz auf EU-Ebene  (Europäischer Datenschutzausschuss) auch der Fall sein wird, ist unsicher, wenn nicht sogar wenig wahrscheinlich. Beim konkret beschriebenen Problem sollten Sie zunächst überlegen, was aus Unternehmenssicht wohl die beste Vorgehensweise ist.

Wahrscheinlich werden Sie schnell zu dem Ergebnis kommen, dass es wohl besser ist, die Schulung auf Deutsch zu erstellen und auch zu halten. Der Grund: Damit erreichen Sie den größten Teil der Zuhörer, und zwar in der Sprache, die sie wahrscheinlich am besten verstehen. Außerdem können Sie selbst, gerade bei weniger guten Englischkenntnissen, viel mehr Wissen spontan rüberbringen und vor allem auch auf Fragen der Teilnehmer reagieren. Die wenigen Personen, die Ihnen auf Deutsch nicht folgen können, sollten Sie gesondert sensibilisieren. Hierzu kann es ausreichend sein, dass Sie nur einige wenige Folien Ihrer Präsentation übersetzen. Denken Sie auch über folgende Möglichkeit zur Sensibilisierung der betreffenden Mitarbeiter nach: Sie suchen einige Paten, die die Inhalte Ihrer Schulung den betreffenden Mitarbeitern in Englisch vermitteln. So können Sie selbst die Hürde, dass eventuell überhaupt keine Englischkenntnisse vorhanden sind, überwinden.

Hinweis: Auch Sprachkenntnisse können notwendig sein, damit Sie Aufgaben wahrnehmen können. Teil der Unterstützungspflicht des Unternehmens ist es, dass man Sie mit dem notwendigen Fachwissen und den notwendigen Ressourcen ausstattet. Wenn für die Wahrnehmung Ihrer Aufgaben Englischkenntnisse notwendig sind, sollte das Unternehmen dazu bereit sein, hier etwas Geld für Sie in die Hand zu nehmen.

Bildquelle: fotolia, Urheber: everythingpossible

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