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Sicher unterwegs bei Facebook & Co.: Geben Sie Ihren Mitarbeitern diese Tipps

Sicher unterwegs bei Facebook & Co.: Geben Sie Ihren Mitarbeitern diese Tipps #202171506 | Urheber: Julien Eichinger

Wie reagieren Sie, wenn Ihnen jemand 20 Dollar für Ihre persönlichen Daten anbietet? Wahrscheinlich lehnen Sie erbost ab. Doch einige Facebook-Nutzer sahen das anders und gingen den Deal ein. Sie gewährten dem Internetgiganten Zugang auf ihre Smartphones und Online-Aktivitäten. Zeigen Sie jetzt auf, worauf beim Umgang mit sozialen Netzwerken zu achten ist.

Über den Autor

Mehr als 12 Jahre Berufserfahrung als Vollzeit-Datenschützer im Unternehmen. Darüber hinaus ist er seit vielen Jahren als Chefredakteur von "Datenschutz aktuell" tätig und zeigt seinen Lesern wie sich Datenschutz pragmatisch umsetzen lässt.

Nutzerzahlen steigen

Dienste wie WhatsApp, Facebook, Instagram, Snapchat & Co. Zu nutzen ist mittlerweile für die allermeisten Teenager selbstverständlich geworden. Und auch für viele Erwachsene sind die sozialen Medien nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Doch auch wenn die Nutzerzahlen stetig zunehmen, scheint die Sorgfalt beim Umgang mit den eigenen Daten nicht im gleichen Maße zu steigen. Nicht selten ist noch die Meinung anzutreffen: Man hat ja nichts zu verbergen.

Sensibilisieren Sie schnell und effektiv

Selbst wenn es in Ihrem Unternehmen verboten sein sollte, soziale Medien (privat) zu nutzen, müssen Sie regelmäßig über die damit verbundenen Risiken sensibilisieren. Schließlich sind Ihre Tipps und Hinweise zum Datenschutz nicht nur im Unternehmensumfeld von Bedeutung, sondern ebenso bei privater Nutzung von Vorteil. Denn auch wenn die Nutzung in erster Linie privat geschieht, können an der falschen Stelle veröffentlichte Informationen auch zum Problem für Ihr Unternehmen werden.

Das Internet vergisst nichts

Längst ist bekannt: In sozialen Netzwerken ist nicht alles so, wie es scheint. Es gibt viele „falsche Freunde“ und eine ganze Reihe anderer Gefahren und Risiken. Umso wichtiger ist, dass Sie sich eines vor Augen führen: Das, was Sie im Internet tun, ist schwer wieder rückgängig zu machen. Lassen Sie beispielsweise nach einem schlechten Tag im Netz so richtig Dampf ab und beleidigen Vorgesetzte oder Kollegen, kann das unangenehme Folgen haben. Und wenn Sie Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse ausplaudern, kann Sie dies nicht nur Ihren Arbeitsplatz kosten, sondern es drohen auch Ärger mit Strafverfolgungsbehörden oder Schadensersatzforderungen.

Tipp 1:

Bevor Sie sich im Affekt dazu verleiten lassen, scharfe Kritik zu veröffentlichen oder auf Provokationen von anderen Nutzern ausfallend zu reagieren, sollten Sie zum einen erst einmal durchatmen – und dann eine Nacht darüber schlafen. Zum anderen sollten Sie sich fragen: „Würde ich das der betroffenen Person auch in diesen Worten direkt ins Gesicht sagen?“ Wenn Sie diese Frage mit einem Nein beantworten können, sollten Sie auch von einer Veröffentlichung im Internet absehen. Denken Sie immer daran: Was einmal im Netz veröffentlicht ist, ist – wenn überhaupt – nur mit Zeitverzögerung und Aufwand zu entfernen. In der Zwischenzeit haben sich die Inhalte und Daten jedoch vervielfältigt und über den Erdball verteilt.

Übernehmen Sie das Ruder

Es ist kein Geheimnis mehr: Je mehr Informationen die Betreiber von sozialen Netzwerken über ihre Nutzer sammeln können, desto mehr klingeln bei ihnen die Kassen. Deshalb ist das Interesse groß, dass Sie möglichst viele Informationen über sich preisgeben und anderen Nutzern zugänglich machen. Melden Sie sich bei einer Online-Plattform an, sind die Voreinstellungen meist so gestaltet, dass Sie mehr Dinge über sich verraten als Ihnen recht ist. Es kann auch passieren, dass der Betreiber neue Funktionen einführt oder die Datenschutzgrundsätze und -einstellungen ändert, ohne dass Sie das bemerken.

Tipp 2:

Prüfen Sie daher regelmäßig, ob Ihre Konto- und Datenschutzeinstellungen noch so gestaltet sind, wie Sie sich das vorstellen. Mit ein paar Kniffen in den Einstellungen können Sie dabei recht einfach mehr Datenschutz erreichen. Beispielsweise indem Sie die Auffindbarkeit Ihres Profils in Suchmaschinen beschränken oder Inhalte und Freundeslisten nur für bestimmte Personengruppen (z. B. für Ihre direkten Freunde und Kollegen, die Sie persönlich kennen) verfügbar machen.

Nicht Quantität, sondern Qualität zählt

Keine Frage: Jeder freut sich über Anerkennung und Wertschätzung. Das gilt in sozialen Netzwerken genauso wie im „richtigen Leben“. Da schmeichelt es sicherlich dem einen oder anderen, viele Freundschaftsanfragen zu erhalten – denn eine besonders lange Liste an Freunden gilt als Aushängeschild. Doch nicht jeder ist der, der er vorgibt zu sein. Auch beim Sammeln von „Freunden“ im Netz sollte Qualität vor Quantität den Vorrang haben.

Tipp 3:

Reagieren Sie bei Freundschaftsanfragen nicht zu vorschnell. Gehen Sie mit der Bestätigung von Freundschaften oder Kontakten behutsam um und prüfen Sie, bevor Sie jemanden in Ihren Freundeskreis aufnehmen. So vermeiden Sie, dass vermeintliche „Freunde“, die nichts Gutes im Schilde führen, mehr über Sie erfahren als Ihnen lieb ist.

Machen Sie den Gegencheck!

Vier Augen sehen mehr als zwei. Gerade wenn es um Aktivitäten in sozialen Netzwerken geht, wie etwa die Veröffentlichung von Inhalten, beherzigen Sie die Regel: Sprechen Sie vorab darüber und holen Sie sich eine zweite Meinung ein. Hat die Veröffentlichung Unternehmensbezug, sprechen Sie mit Kollegen und Vorgesetzten über das, was Sie vorhaben. Allein der andere Blickwinkel einer zweiten Person kann schon im Vorfeld Schäden und Ärger vermeiden – und dabei helfen, dass Sie und wir als Unternehmen auch beim Schutz unserer Daten die Nase vorn haben.

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