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Vom Monolog zum Dialog: Wie Sie Ihren Teilnehmern während des Vortrags das Mitlernen ermöglichen

Vom Monolog zum Dialog: Wie Sie Ihren Teilnehmern während des Vortrags das Mitlernen ermöglichen #126274284 | Urheber: nd3000

Während Ihrer gut durchdachten und anschaulich aufgebauten Präsentation sitzen die Teilnehmer zwar aufmerksam, aber trotzdem isoliert in der Veranstaltung und nehmen neue – sicherlich auch sehr interessante – Informationen und Ideen auf. Wenn es gut läuft, verstehen Ihre Teilnehmer die Inhalte, die dargestellten Techniken oder Modelle. Doch können sie anschließend auch danach handeln?

Über den Autor

Die Redaktion von TeachToProtect veröffentlicht für Sie Tipps und Knowhow, wie Sie Ihre Schulungen und Präsentationen besser gestalten und umsetzen können.

Leider sind viele Präsentationen nicht darauf angelegt, dass von den Teilnehmern etwas gelernt wird. Oft wird seitens der Vortragenden nur Wissen vermittelt und seitens der Teilnehmer wird es einfach nur aufgenommen. Immerhin etwas! Aber nicht genug, denn mit einem Vortrag sollten Sie „Spuren“ hinterlassen. Dazu müssen Sie Ihrem Publikum einen Lernprozess ermöglichen, eine tatsächliche Erweiterung des Wissens und der Erfahrungen beim Publikum bewirken.

Wissen Sie noch, wann Sie das letzte Mal richtigen Spaß an einer Präsentation hatten, bei der Sie Teilnehmer waren? Erinnern Sie sich noch, mit welchen Mitteln es der Vortragende verstand, Sie in seinen Bann zu ziehen, Sie zu aktivieren? Viele solcher bewährten Methoden können auch Sie verwenden.


Mit diesen Methoden beziehen Sie die Teilnehmer aktiv ein

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Präsentation handlungsorientierter wird, und bauen Sie auf partnerschaftliches Lernen. Was bedeutet das konkret? 

  • Integrieren Sie die Erfahrungen Ihrer Teilnehmer bewusst in den Präsentationsablauf. Treten Sie während des Vortrags mit den Zuschauern in Dialog, indem Sie sie beispielsweise nach den Erfahrungen und Meinungen zu einem Problem oder Prozess befragen. 
  • Bauen Sie Übungen und praktische Sequenzen in die Präsentation ein. Überlegen Sie sich, welche Stellen der Präsentation sich dazu eignen, ein Zwischenfazit zu ziehen, eine kleine „Lernerfolgskontrolle“ einzubauen, von den Teilnehmern etwas Konkretes erarbeiten zu lassen.

Neben Fallbeispielen und Rollenspielen stehen Ihnen vor allem die folgenden drei Methoden zur Verfügung: 

  • Einzelarbeit, 
  • Partnerarbeit und 
  • Gruppenarbeit.

Dabei können Sie insbesondere zwischen den offenen und geschlossenen sowie zwischen den arbeitsteiligen und arbeitsgleichen Varianten wählen. Erfahren Sie im nächsten Abschnitt, welches die Einsatzgebiete sowie die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten sind.


Offene Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit

Das Ergebnis ist offen und vielschichtig, es gibt nicht „die“ eine Lösung. Mögliche Einsatzgebiete: Reflektionsaufgaben, Praxisfälle der Teilnehmer.

Vorteil: Individuelle Themenbearbeitung, vielschichtige Ergebnisse, Transfersicherung

Nachteil: Lange Ergebnisauswertung, da vielschichtig


Geschlossene Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit

Hier ist das Ergebnis eindeutig „messbar“ und klar definiert.Mögliche Einsatzgebiete: Berechnungen, Umsetzung von Funktionen, Zeitplanung.

Vorteil: Messbarkeit, schnelles Abgleichen der Ergebnisse

Nachteil: Kann wie Prüfungssituation


Arbeitsgleiche Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit

Die Teilnehmer bearbeiten alle parallel die gleiche Aufgabe. Beispielsweise zum Thema „Entwicklung eines Verkaufsgespräch-
Leitfadens“.

Vorteil: Unterschiedlichste Blickwinkel eines Themas werden herausgearbeitet

Nachteil: Bei den Ergebnispräsentationen kann es zu Doppelungen kommen


Arbeitsteilige Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit

Die Teilnehmer bearbeiten parallel unterschiedliche Teilaspekte einer Aufgabe. Beispielsweise können das beim schon erwähnten Thema „Entwicklung eines Verkaufsgespräch-Leitfadens“ folgende arbeitsteilige Elemente sein: Gesprächseinstieg, Gesprächsverlauf, Gesprächsabschluss.

Vorteil: Spannende Präsentationen, da die Inhalte wie ein Puzzle zusammengesetzt werden, breite Themenbearbeitung

Nachteil: Nicht alle bearbeiten alles und damit ist der Lernprozess weniger intensiv; die Ergebnisqualität ist von den Teilnehmern abhängig.


So beherrschen Sie die Kunst des Lernens im Dialog: Die 8 Schritte der Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit

Beachten Sie folgenden Ablauf beim Einsetzen kurzer Gruppenarbeiten und praktischer Transferübungen in Ihrer Präsentation:

  1. (Klassischer) Vortrag Ihres Themas
  2. Klar formulierte und möglichst schriftlich ausgearbeitete Praxisfrage/Aufgabenstellung für die Gruppenarbeit inklusive eindeutiger Vorgaben zu Zeitumfang, Präsentationsform und Ziel
  3. Einteilung der Arbeitsgruppen (durch Bonbons, Bilder, Farben usw.)
  4. Arbeiten in den Gruppen (entsprechend den vorgestellten Varianten)
  5. Zusammentragen der Gruppenergebnisse durch
    – Kartenabfrage
    – Kurzpräsentation der Gruppen
    – Rollenspielszene
    – Expertengespräch
    – Galerie der Ergebnisse auf einem Tisch oder an einer Pinnwand
  6. Wertschätzende Zusammenfassung der Gruppenergebnisse
  7. Ergebnissicherung
  8. Fortsetzung mit nächstem Präsentationsabschnitt

Fazit

Sobald Sie sich auf diese handlungsorientierten Elemente einlassen und Ihre Präsentationen ganzheitlicher betrachten, indem Sie Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeiten einbauen, werden Sie Spuren in den Köpfen Ihrer Teilnehmer hinterlassen und den Praxistransfer, nicht nur herstellen sondern nachhaltig sichern!

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